USA: Das idiotische Versteckspiel mit den Staatsschulden

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Weil sich die Parteien in Sachen Staatsschulden in den Haaren liegen, griff der US-Finanzminister tief in die Trickkiste, um die Schuldenobergrenze zumindest offiziell nicht zu überschreiten. Dabei macht es angesichts der desaströsen Lage ohnehin nichts mehr aus.

Von Marco Maier

Bis Ende Oktober lag die Obergrenze für die Schulden des US-Bundes noch bei 18,1 Billionen Dollar. Dementsprechend verharrten die Bundesschulden der USA lange Zeit bei rund 18,15 Billionen Dollar – offiziell zumindest. Denn wie es der „Zufall“ so will, erhöhte sich der Zählerstand am Montag dem 2. November schlagartig um ganze 340 Milliarden auf 18,49 Billionen Dollar. Wie aus dem Nichts. Dies berichtet das Nachrichtenportal finanzmarktwelt.de.

Möglich machte dies eine Einigung des US-Parteienduopols von Republikanern und Demokraten, die letzte Woche erzielt wurde. Demnach wurde die Schuldenobergrenze mit dem 1. November aufgehoben – erst bis März 2017 müssen die US-Politiker eine Einigung für das drängende Schuldenproblem des Landes finden. Dies ist Quasi eine Einladung zur Entfachung einer Schuldenorgie ungeahnten Ausmaßes.

Besonders interessant ist jedoch der Umstand, dass es Finanzminister Lew schaffte, die 340 Milliarden Dollar an Schulden während der vergangenen Monate in den Bilanzen so zu verstecken, dass sie gar nicht auffielen. Wie das Portal weiter berichtet, musste Lew erst vorletzte Woche die Aufnahme neuer Anleihen in Höhe von mehr als 26 Milliarden Dollar auf diesen Monat verschieben.

Wie tief die USA im Schuldensumpf stecken, zeigt alleine schon der Umstand, dass der Zahlungsverpflichtungen Washingtons inzwischen rund 102 Prozent des offiziellen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichten. Angesichts dessen, dass die Wirtschaftsleistung infolge der exzessiv eingesetzten hedonischen Berechnung – also der monetären Einkalkulierung qualitativer Verbesserungen von Produkten – massiv überbewertet ist, wird das US-Dilemma deutlich sichtbar.

In Wirklichkeit dürfte das US-BIP inzwischen wohl etwa um 25-30 Prozent überbewertet sein. Im Idealfall erwirtschaften die Vereinigten Staaten also gerade einmal noch so um die 12,5-13,5 Billionen Dollar pro Jahr. Ergo beläuft sich die Staatsverschuldung schon auf 137-148 Prozent des BIP. Da wirken das „Versteckspiel“ des Finanzministers und das parteipolitische Hickhack der beiden Parteien um die „Schuldenobergrenze“ und den US-Staatshaushalt wie ein Affentheater.

 

 

Quelle: Contra-Magazin

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