Vom deutschen Hinterland aus bereitet ein Kommando der 4. US-Infanterie-Division den Vorstoß der U.S Army in Europa nach Osten vor

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In Baumholder plant ein Kommandoelement der 4. US-Infanteriedivision die Unterbringung der ab Februar 2017 in die osteuropäischen NATO-Staaten rotierenden schweren US-Brigade und den Aufmarsch für den Krieg gegen Russland.

BAUMHOLDER, Deutschland – Die Soldaten hier nennen es „Fort Carson East“ (Fort Carson Ost, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Carson ). Bis zur Ankunft von noch mehr Infanteristen, Panzern und Artillerie im nächsten Jahr ist das neue Hauptquartier in dieser winzigen deutschen Garnisonsstadt (Baumholder, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Baumholder ) das Nervenzentrum der U.S. Army für Europa. Vor sechs Monaten haben rund 100 Soldaten der 4th Infantry Division / ID (s. https://en.wikipedia.org/wiki/4th_Infantry_Division_ %28United_States%29 ) aus Fort Carson in Colorado in Baumholder eine neue Heimat gefunden und in der verschlafenen Army-Basis, in der einmal eine US-Kampftruppe von fast 30.000 Mann stationiert war, neue Aktivitäten in Gang gesetzt.

Das Team wird als 4th Infantry Division Command Element (Kommandoelement der 4. Infanteriedivision) bezeichnet und übt das Kommando und die Kontrolle über die Aktivitäten der U.S. Army Europe im Rahmen der Operation Atlantic Resolve (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Atlantic_Resolve ) aus. Damit tritt die Erhöhung der US-Militärpräsenz in den verbündeten Staaten entlang der russischen Grenze in eine neue Phase ein. Die U.S. Army wird im nächsten Jahr eine schwere Brigade mit rund 5.000 Soldaten ohne Unterbrechung entlang der Ostgrenze der NATO positionieren.

Die Truppen aus den USA werden für jeweils 9 Monate nach Europa rotieren und sich nahtlos ablösen (weitere Infos dazu unter http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP04616_030416.pdf ). Jetzt geht es darum, die Planung in die Tat umzusetzen. Wo sollen die US-Soldaten untergebracht werden? Können die Straßen in osteuropäischen Basen die US-Panzer mit einem Gewicht von 63 t überhaupt tragen?

Wie steht es mit der Verpflegung und der Lebensqualität der US-Soldaten, die nicht mehr nur 90 Tage, sondern 9 Monate (ohne Familienanhang nach Europa) rotieren? „Wir haben die Gesamtplanung auch für die nachfolgenden Einheiten übernommen,“ teilte Capt. (Hauptmann) Bill Morgan, der Kampfkommandant der Vorausabteilung der 4th Infan- 1/5 Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 057/16 – 22.04.16 Schulterabzeichen der 4. US-Infanteriedivision (Wikipedia) try Division in Baumholder, mit. „Wir planen jetzt nicht mehr für 90 Tage, sondern für 9 Monate.“

Im Hauptquartier in Baumholder brüten die Planer über Zahlen und Verträgen für die Renovierung und die Errichtung von Wohngebäuden in NATO-Staaten im Osten, die auch größere Einheiten aufnehmen können. „Es geht darum, wie wir unseren zeitweisen Aufenthalt im Osten in einen dauerhaften verwandeln können. Das muss uns gelingen,“ sagte Capt. (Hauptmann) Kyle Edseth, der zu den Baufachleuten der 4th ID in Baumholder gehört.

„Wir müssen im Osten unbedingt neue Unterkünfte errichten, und die Vorbereitungen dafür treffen wir gerade hier.“ Mit der für 2017 geplanten Rotation einer zusätzlichen schweren US-Kampfbrigade nach Europa – die der Steigerung der Kampffähigkeit der US-Truppen in Europa dienen soll, für die das Pentagon insgesamt 3,4 Milliarden Dollar ausgeben will – hat die USAREUR (die U.S. Army in Europa, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Seventh_United_States_Army ) jetzt ständig drei komplette Kampfbrigaden zur Verfügung; die beiden anderen sind das 2nd Cavalry Regiment im bayrischen Vilseck (s. https://de.wikipedia.org/wiki/2nd_Cavalry_Regiment_%28Vereinigte_Staaten%29 ) und die 173rd Airborne Brigade im italienischen Vicenza (eine Fallschirmjäger-Einheit, s. https://de.wikipedia.org/wiki/173rd_Airborne_Brigade_Combat_Team ).

Die schon bisher in Europa stationierten Kampfbrigaden haben die Hauptlast bei den kürzeren Rotationseinsätzen kleinerer Einheiten in den baltischen Staaten und in Polen getragen. Die Rückkehr einer dritten Brigade erfolgt nur vier Jahre, nachdem die 170th Infantry Brigade aus Baumholder abgezogen ist (weitere Infos dazu s. unter http://www.luftpostkl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP07812_130412.pdf und http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP12312_040712.pdf ); damals erfolgte auch der Abzug der 172nd Infantry Brigade aus Grafenwöhr (s. https://de.wikipedia.org/wiki/172nd_Infantry_Brigade_%28Vereinigte_Staaten%29 ), weil nach dem Ende Kalten Krieges auch die Bedrohung für Europa vorbei zu sein schien. Das änderte sich, als Russland 2014 die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim annektierte.

Weil ab nächstem Jahr nicht mehr nur leichte, sondern auch schwere Kampfbrigaden in Osteuropa operieren sollen, werden zusätzliche Wartungseinrichtungen für die Fahrzeuge, verbesserte Übungsplätze und Panzerstraßen in Osteuropa gebraucht. „Die gesamte Infrastruktur muss verändert werden,“ betonte Capt. Edseth. Das Kommandoelement der 4th ID in Baumholder hat auch bisher schon die Aktivitä- ten der U.S. Army in den baltischen Staaten und in Polen beaufsichtigt, die seit dem Eingreifen Russlands in der Ukraine – das die Hoffnung der Militärs auf Frieden und Sicherheit in Europa beendete – stattgefunden haben. Auch künftig wird es als spezielles Hauptquartier der 4th ID (für Osteuropa) von Baumholder aus alle Aktivitäten der U.S. Army in Osteuropa überwachen – von Schießübungen kleinerer Einheiten, über Straßenmärsche durch mehrere europäische Staaten bis zu Großmanövern wie dem im Juni 2016 in Polen unter dem Namen „Anakonda 16“ geplanten. (An diesem Manöver werden 25.000 Soldaten aus 24 Staaten teilnehmen; weitere Infos dazu s. unter http://www.eur.army.mil/roadtoanakonda/ .)

Zu Beginn des Engagements der U.S. Army in den baltischen Staaten, das mit einem Blitzeinsatz der 173rd Airborne Brigade (s. http://www.army.mil/article/125040/ ) kurz nach der Annexion der Krim durch Russland begann, war das USAREUR-Hauptquartier (in 2/5 Wiesbaden) dafür zuständig. Als sich das US-Engagement in Osteuropa ausweitete, brauchte die USAREUR Verstärkung in Form eines mobilen Hauptquartiers, das seit Jahren fehlte. Die Verstärkung kam mit dem Kommandoelement der 4th ID, das im Februar 2015 zunächst im (bayrischen) Grafenwöhr seine Arbeit aufnahm und ihr seit Oktober 2015 im (rheinland-pfälzischen) Baumholder nachgeht.

„Es fehlte einfach jemand, der ständig den Topf rührt,“ erklärte Lt. Col. (Oberstleutnant) Matthew J. Sheiffer, der Stabschef des Kommandoelementes der 4th ID. Während des vergangenen Jahres hat das von der 4th ID gestellte Hauptquartier in Zusammenarbeit mit der USAREUR ein Dossier für Operationen entlang der Ostflanke der NATO erstellt, in dem das gesamte Terrain kartografisch erfasst ist, um sicherzustellen, dass auch große Einheiten in Staaten manövrieren können, in denen sich bisher kaum westliche Streitkräfte aufgehalten haben. Zusätzlich enthält es Hunderte von Seiten mit neuen Operationsvorschriften – von Zollbestimmungen über Regeln für Munitionstransporte bis zu ausführlichen Berichten über den Zustand von Straßen und Brücken.

Dabei ging es vor allem darum, die Bewegungsfreiheit der US-Streitkräfte zu gewährleisten. Es ist noch ungewiss, ob die 4th ID den Job in Baumholder behalten oder ihn eine andere in den USA stationierte Division übernehmen wird, wenn die Operation Atlantic Resolve auch über das Jahr 2017 hinaus weitergeht. „Wir wissen nicht, ob wir den Job behalten werden,“ sagte Lt. Col. Sheiffer. Für die US-Truppen, die sich bisher zu 90-tägigen Rotationseinsätzen im Baltikum aufgehalten haben, seien die Lebensbedingungen ständig verbessert worden, teilte 1. Lt. (Oberleutnant) Bennett Holcomb mit, der als Verbindungsoffizier zwischen dem Kommandoelement der 4th ID (in Baumholder) und der Squadron (des in Vilseck stationierten) 2nd Cavalry Regiment dient, die sich gerade im Osten aufhält.

Für die Truppe im Feld seien schnelles, drahtloses Internet, bessere Verpflegung und mehr Sportmöglichkeiten besonderes wichtig, erläuterte Holcomb, der schon 2014 mit den ersten Fallschirmjägern von der 173rd Airborne Brigade im Baltikum war. „Seitdem haben wir einen langen Weg zurückgelegt,“ stellte er fest. (Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern versehen. Wegen der Bemühungen mehrerer SPD-geführter Landesregierungen zur Erhaltung des US-Standorts Baumholder haben wir jetzt auch noch den Hauptgefechtsstand für den Krieg gegen Russland in Rheinland-Pfalz. Anschließend drucken wir den Originaltext ab. 

Quelle: Von John Vandiver STARS AND STRIPES, 10.04.16

http://www.stripes.com/from-german-countryside-4th-id-charts-usareur-s-push-east-1.403795

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