240 Jahren seit ihrer Gründung: Wann und warum begannen die USA sich in der Weltpolitik zu mischen?

 

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Wie man sagt, „die große Mächte haben keine Freunde, nur Interessen“. Die Vereinigten Staaten wurden eine große Macht nach dem Zweiten Weltkrieg – Pax Americana ist noch vorhanden. Von Anfang 1776 hatten die Vereinigten Staaten keine globale Ambitionen und große Anstrengungen, um sich von der Welt zu isolieren.

Die ersten US-Annäherungsversuche an die globale Präsenz begannen in den frühen 1800er Jahren, als die US-Truppen im Mittelmeer um gegen die barbarischen Piraten zu kämpfen eingesetzt wurden. Etwa zur gleichen Zeit war die Gefahr einer Französischen Invasion in der Karibik zu groß, und die Vereinigten Staaten begannen sich um die Umverteilung des Nordamerikas zu kümmern.

Zum Glück für die Vereinigten Staaten, verkaufte Napoleon Louisiana dem Washington, und die erste Gelegenheit, eine Weltmacht zu werden, kam mit dem Anschluss der riesigen Territorien vom Mississippi River bis zu den Rocky Mountains an der kanadischen Grenze. Der zweite Krieg mit England zwang die US-Regierung über zusätzliche Sicherheitslösungen der Probleme mit den europäischen Mächten zu denken.

Die vom damaligen US-Präsident James Monroe formulierte Doktrin prägte für fast 200 Jahre die US-amerikanische Außenpolitik. Ursprünglich sollte die Doktrin die gegenseitige Nicht-Einmischung der Vereinigten Staaten und Europas festschreiben und die europäische Rekolonialisierung in Lateinamerika verhindern. Sie war sicher gegen Europa gerichtet, vor allem Großbritannien und Frankreich. Das war das erste Mal, wenn die Vereinigten Staaten ernsthaft ihre Rolle in der Welt zu betrachten begannen.

Nämlich während des Ersten Weltkriegs und Zweiten Weltkriegs, und auch während des Kalten Kriegs (die gesamte Periode von 1917 bis 1989) begannen die Vereinigten Staaten ihre globalen Interessen zu verfolgen.  Sie begannen sich bedroht zu fühlen. Ihr Hauptziel war ein Bündnis oder strategische Partnerschaft Russland+Eurasien zu verhindern, insbesondere Bündnis Russland+Deutschland.

Das vereinigte Eurasien könnte die einzige Kraft sein, die einen wirtschaftlichen und militärischen Widerstand gegen Amerika  durchführen könnte. Die US-Intervention in den Ersten und Zweiten Weltkriegen passt in das Konzept der nicht-vereinigte Eurasien. In beiden Kriegen kämpfte Deutschland für absolute militärische Dominanz in Europa, einschließlich Russland und dem Kaukasus.

Deutschlands Zugang zu den Ressourcen von Russland, Ukraine, Kaukasus, und sogar der kaspischen Region, könnte eine Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten darstellen . Im Falle – Europa unter deutscher Dominanz, waren die Aussichten für die Vereinigten Staaten eher stürmisch.

Der Kalte Krieg brachte ein anderes Szenario, aber das Konzept der nicht-vereinigte Eurasien blieb. In diesem Fall war und noch ist die Aufgabe, den Zugang Russlands zu den Produktionskapazitäten und Technologien von Deutschland nicht zuzulassen. Das ist von größter Bedeutung auch im 21. Jahrhundert.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben in 240 Jahren seit ihrer Gründung, insgesamt 219 mal selbst Krieg geführt, militärisch interveniert oder waren in kriegsähnliche Handlungen verwickelt, beispielsweise über eine Geheimdienstbeteiligung an Terroranschlägen, Putsch- und Umsturzversuchen auf dem Territorium eines anderen Staates. Dabei wurde die USA kein einziges Mal selbst angegriffen. Die nachfolgende Liste verdeutlicht eindrucksvoll, dass die aggressive Politik wie aktuell gegen Russland im Ukraine-Konflikt keine Ausnahme darstellt, sondern seit Jahrhunderten Tradition hat.

Die systematische Kriegsführung der USA und ihrer Vasallen hat sich mittlerweile zu einem essentiellen und bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt, vergleichbar mit dem Maschinenbau in Deutschland. Rüstungskonzerne sowie die Finanz -und Investmentindustrie verdienen mit Kriegen und bewaffneten Konflikten Milliarden. Wir haben daher allen Grund uns zu sorgen. Denn ein Krieg gegen Russland wäre nur ein weiterer Punkt auf einer nicht enden wollenden Liste mit mehr als 200 verübten Kriegshandlungen. Es dürfte jetzt auch jeder im Stande sein, sich selbst die Frage zu beantworten, wer Terrorstaat Nummer 1 auf dieser Welt ist. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, von 1946 bis heute haben die Kriege der US-Regierung fast 7 Millionen Menschen das Leben gekostet. Wohlgemerkt ohne die Toten beider Weltkriege.

Quellen: Warfiles und Uncut-News

P.S. Ein lesenswerter Artikel, der vom Contra-Magazin veröffentlich wurde, und der später gelöscht wurde:

Für die One World der USA muss Europa fallen und Deutschland ist der Schlüssel dazu

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1 Reaktion

  1. Sascha sagt:

    „Die vom damaligen US-Präsident James Monroe formulierte Doktrin prägte für fast 200 Jahre (1776 – 1976?) die US-amerikanische Außenpolitik. Ursprünglich sollte die Doktrin die gegenseitige Nicht-Einmischung der Vereinigten Staaten und Europas festschreiben und die europäische Rekolonialisierung in Lateinamerika verhindern. Sie war sicher gegen Europa gerichtet, vor allem Großbritannien und Frankreich. Das war das erste Mal, wenn die Vereinigten Staaten ernsthaft ihre Rolle in der Welt zu betrachten begannen.“

    Diese Aussage ist falsch! Spätestens seit Mitte des 19. Jhdt. begannen die USA ihre Interessen im Pazifischen und Lateinamerikanischen Raum erst wirtschaftlich, dann kriegerisch, durch zu setzen und „über ihre Rolle in der Welt nachzudenken“. Erinnert sei an die Annektieren der Philippinen (1898) und Hawaiis (1898).

    Für Europa mag das zutreffen. Vor dem 1.Wk. hatten die USA genügend damit zu tun den Pazifischen Raum und den Lateinamerikanischen Raum ihren Interessen unterzuordnen – aber das war, bis zum 1.Wk.. fast abgeschlossen.
    Von da an wurde Europa zum „neuen Zielgebiet“ der USA-Interessen.

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