„Der Zerfall der EU ist folgerichtig, die Nato bricht zusammen“ – Schirinowski

Schirinowski

„Nein zur Finanzmafia“: Russische Hardliner bejubeln den Ausgang der Brexit-Abstimmung: Sie sehen die EU vor dem verdienten Zerfall, eine Abnabelung von den USA – und fantasieren von einer Eurasischen Union.

 Auch weiter östlich, in Moskau, löste das Abstimmungsergebnis Jubel aus. Der russische Nationalistenführer Wladimir Schirinowski sagte, das „ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde“. Man müsse „froh sein darüber, dass Europa die Freiheit bekommt. In fünf Jahren werden sie den Begriff ‚Europäische Union‘ vergessen haben“. Der Zerfall der EU sei „folgerichtig, die Nato bricht zusammen, den Schengenraum wird es nicht mehr geben“.

Diese Lesart ist in Russland populär. Medien und Politiker glauben seit Jahren Parallelen zwischen der EU und der vor 25 Jahren zusammengebrochenen Sowjetunion zu erkennen. 1990 hatte die Unabhängigkeitserklärung der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen eine Kettenreaktion ausgelöst, an deren Ende das Ende des kommunistischen Weltreichs stand.

„Das ist der Beginn des Zerfalls der Europäischen Union, die der US-Politik als Schlagstock gedient hat“, die Briten hätten endlich rebelliert gegen die „Brüsseler Bürokratie“, jubelt Kommunistenchef Gennadij Sjuganow, 71, selbst groß geworden in der sowjetischen Kommandobürokratie.

Aber auch als wirtschaftsliberal geltende Politiker schlagen ähnliche Töne an. Dank des Brexit werde der Einfluss der Angelsachsen auf Europa schwinden. Die Briten hätten innerhalb der EU als verlängerter Arm der USA gewirkt, glaubt Boris Titow, Ombudsmann des Kreml für die Privatwirtschaft und neuerdings Chef der „Wachstums-Partei“. Die Folge sei „nicht die Unabhängigkeit Großbritanniens von Europa, sondern die Unabhängigkeit Europas von den USA“. Davon werde Russland profitieren, nun sei es „nicht mehr weit bis zu einem vereinten Eurasien, in zehn Jahren“.

Quelle

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.