Erdogan: „Von NATO und Obama enttäuscht, will keinen Krieg mit Russland“

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Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan ist nach eigenen Worten von den Beziehungen mit dem US-Präsidenten Barack Obama „enttäuscht“, wie die Zeitung Hürriyet Daily News berichtet.

Nach seiner Rückkehr aus den USA, wo Erdogan an einer muslimischen Gebetszeremonie für die Boxlegende Muhammad Ali teilgenommen hatte, sagte er in einer Pressekonferenz mit Bedauern, dass Ankara und Washington einst auf einen Aufbau „vorbildlicher Beziehungen“ gehofft haben.

„Leider wurden unsere Erwartungen nicht umgesetzt. So schrumpft unsere Kooperation im wirtschaftlichen Bereich, anstatt sich zu verbessern. Im Bereich der Außenpolitik wurden unsere Hoffnungen ebenfalls enttäuscht“, zitiert die Zeitung Erdogan.

Der türkische Präsident bewertete Obamas Politik ziemlich negativ und führte das ungelöste Problem des Gefängnisses in Guantanamo als Beispiel an. Erdogan zeigte sich zudem mit der Unterstützung, die Washington den Kämpfern der kurdischen Volksmiliz in Syrien gibt, äußerst unzufrieden.
Aus Ankaras Sicht sind die Einheiten der Volksverteidigung eng mit der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans verbunden. Deshalb ruft es seinen Verbündeten USA auf, jegliche Formen der Zusammenarbeit mit ihnen zu unterbinden, wie Hürriyet Daily News schreibt.

Die Hälfte der Waffen, die die USA den kurdischen Kämpfern liefern, gelangt Erdogan zufolge in IS-Hände. Die „unverfälschten“ Fotos von US-Soldaten und kurdischen Kämpfern an Kampforten kränkten das türkische Volk, so Erdogan weiter. „Solche Dinge machen uns das Herz schwer“, zitiert die Zeitung Erdogan.

Auf eine Frage bezüglich der Beziehungen mit Russland sagte Erdogan: „Unsere Freundschaft mit Putin ermöglichte es, die bilateralen Beziehungen auf ein sehr hohes Niveau anzuheben“. Dann ergänzte der türkische Staatschef, dass sich die Situation nach dem Su-24-Abschuss komplett geändert habe.
Vor dem Vorfall war der Handelsumfang der Türkei mit Russland noch höher als der mit den USA. „Ich hoffe, dass wir bald unsere Beziehungen wiederherstellen und zu alten Zeiten mit noch größerer Kooperationsbereitschaft zurückkehren werden“, so Erdogan laut Hürriyet Daily News.

Ihm Wurde es klar, dass „die USA die Türkei zynisch ausnutzen“.

Quelle: Sputnik

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