ISIS Trainingslager in unmittelbarer Nähe zum NATO-Stützpunkt Camp Bondsteel im Kosovo

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Im Kosovo gibt es fünf Militärzentren zur Ausbildung von Kämpfern der Terrormiliz Daesh (IS). Eins von ihnen befindet sich in unmittelbarer Nähe zum NATO-Stützpunkt Camp Bondsteel.
Die USA wollen dem Mafia-Staat Kosovo den Weg in die NATO und in die Europäische Union ebnen, um sich eine permanente Militärpräsenz auf dem Balkan zu sichern.

In den 1990er Jahren befanden sich in Grenzgebieten zu Albanien, Mazedonien und Montenegro zwei Trainingslager für Terroristen der Kosovo-Befreiungsarmee UCK. Derzeit werden dort hauptsächlich Daesh-Terroristen trainiert. Ausbilder sind ehemalige UCK-Angehörige, die für ihre Dienste gutes Geld kassieren. Sie hatten nicht nur in Syrien gekämpft, sondern bilden auch Daesh-Terroristen in EU-Ländern sowie werben Jugendliche ab, hieß es.

Von Daesh-Soldaten wird im Kosovo wenig berichtet. Einigen Kosovo-Medien gelang es, Videoreportagen in einem Lager bei Vitina zu drehen. Dem Gesprächspartner zufolge gibt es im Kosovo noch vier ähnliche Ausbildungslager, und zwar in schwer zugänglichen Gebirgsregionen im Grenzraum zu Albanien und Mazedonien.

Das umstrittene Stück Land, das heute Kosovo genannt wird, war ein Teil Jugoslawiens und gehörte dann zu Serbien, bis die NATO 1999 Milosevics Serbien zerbomte und damit den USA, die von einigen EU-Staaten und besonders von Deutschland unterstützt wurden, die Möglichkeit verschaffte, das ehemalige Jugoslawien in winzige, abhängige Pseudostaaten zu zerstückeln. Dabei entstanden auch das Kosovo und Mazedonien. Slowenien und Kroatien hatten sich schon früher von Jugoslawien abgespalten, mit starker Unterstützung des deutschen Außenministers (Genscher). (Weitere Infos dazu sind hier nachzulesen.)

Eine kurzer Rückblick auf die Umstände, die zur Abspaltung des Kosovo von Jugoslawien führten, kann die Risiken sichtbar machen, die eine Mitgliedschaft des Kosovo in der NATO und in der EU für die Zukunft Europas bedeuten würde. Hashim Thaci, der gegenwärtige Premierminister des Kosovo, erhielt sein Amt nicht durch freie demokratische Wahlen, sondern vom US-Außenministerium. Das Kosovo wird von Russland, Serbien und über 100 weiteren Staaten nicht als legitimer Staat anerkannt. Als es 2008 seine Unabhängigkeit erklärte, wurde es jedoch sofort von der Bush-Administration und von (der Regierung in) Berlin anerkannt.

Wenn das Kosovo Mitglied der EU würde, könnten sich auch andere gescheiterte Staaten eingeladen fühlen; das braucht die US-Außenministerin Clinton nicht zu stören, aber die EU sollte sich in ihrer aktuellen Krise nicht darauf einlassen. Selbst nach wohlmeinenden Schätzungen liegt die Arbeitslosigkeit im Kosovo bei 60 Prozent, also fast auf Dritte-Welt-Niveau. Auch als das Kosovo noch zu Jugoslawien gehörte, war es der ärmste Teil des Landes, und heute ist alles noch schlimmer. Das eigentliche Problem für den Frieden und die Sicherheit in der EU wäre aber der innere Zustand des Kosovo, das Ende der 1990er Jahre von Washington geschaffen wurde.

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Hunderte ISIS-Kämpfer werden in Terror-Camps in Kosovo ausgebildet und warten nun auf ihren Einsatz

Der Mafia-Staat und das Camp Bondsteel

Das Kosovo ist zwar ein winziges Ländchen, gehört aber wegen seiner geopolitischen Bedeutung zu den strategisch wichtigsten Positionen in ganz Europa; von dort aus kann das US-Militär die Ölströme und die politischen Entwicklungen vom ölreichen Mittleren Osten bis nach Russland und Westeuropa kontrollieren. Die von den USA gewünschte Anerkennung des Kosovo, das sich selbst zur Republik erklärt hat, ist eine konsequente Fortsetzung der US-Politik auf dem Balkan, die mit der völkerrechtswidrigen Bombardierung Serbiens durch die USA und die NATO im Jahr 1999 begann; dieser Out-Of-Area-Einsatz der NATO war nicht vom UN-Sicherheitsrat gebilligt und erfolgte, weil die Armee Milosevics angeblich kurz davor war, an den Albanern im Kosovo Völkermord zu begehen.

Einige Monate vor der US-geführten Bombardierung serbischer Ziele, einem der schwersten Bombardements seit dem Zweiten Weltkrieg, erläuterte ein höherer US-Geheimdienstler in einem privaten Gespräch in Zagreb höheren Offizieren der kroatischen Armee Washingtons Strategie für die Zerschlagung des ehemaligen Staates Jugoslawien. Nach einer Information über dieses Gespräch, die der Autor privat erhielt, hatte das Pentagon bereits gegen Ende des Jahres 1998 die Absicht, das Kosovo unter seine Kontrolle zu bringen, weil es sich eine Militärbasis sichern wollte, von der aus ganz Südost-Europa bis zu den Ölländern im Mittleren Osten zu kontrollieren ist.

Seit Juni 1999, als die Kosovo Force / KFOR der NATO das Kosovo besetzte, das damals offiziell noch zu Jugoslawien gehörte, stand es durch die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates praktisch unter einem Mandat der Vereinten Nationen. Auch Russland und China hatten diesem Mandat zugestimmt, das der KFOR die Rolle zuwies, den Konflikt zwischen den Volksgruppen und die grausamen Kämpfe zwischen der serbischen und anderen Minderheiten und der Mehrheit der muslimischen Kosovo-Albaner zu beenden. Nach der Resolution 1244 sollte das Kosovo nur befriedet werden, aber weiterhin ein Teil Serbiens bleiben. Diese UN-Resolution haben die USA, Deutschland und andere EU-Staaten 2008 einfach ignoriert (als sie das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannten).

Die schnelle Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch Berlin und Washington im Februar 2008 erfolgte nur wenige Tage, nachdem der prowestliche Boris Tadic zum zweiten Mal für vier Jahre zum (serbischen) Präsidenten gewählt worden war. Nach Tadics Wiederwahl konnte Washington mit einer entgegenkommenden serbischen Reaktion auf die Anerkennung des Kleinstaates Kosovo rechnen.

Sofort nach dem Bombenkrieg gegen Serbien im Jahr 1999 beschlagnahmte das Pentagon ein 1.000 Acres (404,7 ha) großes Areal bei Uresevic in der Nähe der Grenze zwischen dem Kosovo und Mazedonien; es beauftragte die Firma Halliburton, deren Vorstandsvorsitzender damals Dick Cheney war, dort das Camp Bondsteel, eine der größten US-Militärbasen im Ausland, zu bauen, in der heute über 7.000 US-Soldaten stationiert sind (s. dazu auch hier).

Bis heute hat sich das Pentagon bereits sieben neue Militärbasen in Bulgarien und Rumänien, am Schwarzen Meer und auf dem nördlichen Balkan gesichert, darunter die Flugplätze Graf Ignatievo und Bezmer in Bulgarien und den Flughafen Mihail Kogalniceanu in Rumänien; von dort aus werden Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak durchgeführt. Der rumänische Flughafen ist Sitz der Task Force-East (der Einsatzgruppe Ost) des Pentagons. Mit der Errichtung des riesigen Camps Bondsteel im Kosovo und dem Umbau und der Nutzung kroatischer und montenegrinischer Adria-Häfen durch die US-Navy wurde die Militarisierung des Balkans (vorerst) abgeschlossen.

Die strategische Bedeutung des Kosovo für die USA ist zwar primär militärisch; sekundär ist es aber auch ein wichtiger Umschlagplatz für den Rauschgifthandel. Es dient als Vorposten gegen Russland und zur Kontrolle der Ölströme vom Kaspischen Meer und vom Mittleren Osten nach Westeuropa. Mit dem unabhängigen Kosovo hat Washington einen schwachen Staat geschaffen, der völlig unter seiner Kontrolle steht. Wäre das Kosovo ein Teil Serbiens geblieben, hätte es die NATO viel schwerer gehabt, die militärische Kontrolle darüber auszuüben. Heute ist das Kosovo eine Militärkolonie der NATO, und seine noch nicht einmal 2 Millionen Einwohner werden von 16.000 KFOR-Soldaten überwacht. Das Camp Bondsteel gehört zur Kette der vorgeschobenen US-Basen, die Donald Rumsfeld einmal als „Lily Pads“ (Seerosen) bezeichnet hat, und es dient als Ausgangspunkt für Militäraktionen nach Osten und Süden. Die Aufnahme des Kosovo in die EU und in die NATO würde diese US-Militärbasis dauerhaft sichern; das wäre auch deshalb notwendig, weil der US-Protegé Saakaschwili 2008 so kläglich scheiterte, als er die Republik Georgien in die NATO integrieren wollte. (Weitere Infos dazu sind hier aufzurufen.)

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Korridor für den Heroin-Transport

Die militärische Kontrolle des Kosovo durch die USA und die NATO dient in der großangelegten geostrategischen Planung Washingtons gleich mehreren Zwecken. Zunächst ermöglicht sie den USA eine bessere Überwachung der geplanten Öl- und Gas-Pipelines vom Kaspischen Meer und aus dem Mittleren Osten in die EU, sowie der Transportwege von der EU ans Schwarze Meer.

Sie schützt auch den Milliarden Dollar schweren Heroin-Schmuggel aus Afghanistan, der nach Angaben von Rauschgiftexperten der UNO seit Beginn der US-Besetzung auf Rekordhöhe angestiegen ist. Durch Albanien und das Kosovo führen die Hauptrouten des Heroin-Transportes nach Europa. Nach dem 2008 veröffentlichten Jahresbericht des USAußenministeriums über den internationalen Drogenhandel führen mehrere Routen für den Drogen-Transit durch den Balkan. Das Kosovo gilt als Hauptumschlagplatz für den Heroin-Transport aus Afghanistan und der Türkei nach Westeuropa. Der Drogenhandel wird natürlich mit Wissen und Unterstützung der Thaci Regierung abgewickelt.

Seit ihren Drogengeschäften mit Angehörigen des Meo-Stammes in Laos während des Vietnam-Krieges hat die CIA den Drogenhandel auf den Hauptrouten unter ihre Kontrolle gebracht und finanziert von den Einnahmen daraus einen Teil ihrer verdeckten Operationen. Der internationale Drogenhandel hat heute einen solchen Umfang erreicht, dass nach Ansicht informierter Kreise US-Banken wie die Citigroup einen bedeutenden Anteil ihrer Profite mit der Abwicklung von Drogengeschäften erzielen.

Einer der Hauptgründe für die übergroße Eile, mit der Washington und einige seiner Verbündeten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben, ist die Tatsache, dass sie sehr wohl wussten, dass seine Regierung und seine beiden wichtigsten politischen Parteien Vereinigungen des organisierten albanischen Verbrechens sind.

Hashim Thaci, der Premierminister des Kosovo und Vorsitzende der Demokratischen Partei des Kosovo, war früher Chef einer von den USA und der NATO ausgebildeten Terroristentruppe, die sich Kosovo Liberation Army / KLA oder auf Albanisch UCK nannte. In Verbrecherkreisen des Kosovo wird Hashim wegen seiner persönlichen Grausamkeit gegen Feinde „Die Schlange“ genannt.

1997 hat Robert Gelbard, der Sondergesandte des Präsidenten Clinton für den Balkan, von der UCK gesagt, sie sei „ohne jede Frage eine Terroristengruppe“. Sie war aber noch etwas ganz Anderes. Sie war eine von einem Klan beherrschte Mafia, die unmöglich infiltriert werden konnte und insgeheim die Schattenwirtschaft des Kosovo kontrollierte. Nach Erkenntnissen europäischer Polizeibehörden unterhält Thacis Demokratische Partei auch heute noch enge Verbindungen zum organisierten Verbrechen.

In einem geheimen Bericht des deutschen Bundesnachrichtendienstes / BND vom 22. Februar 2005, der durchsickerte, wurde festgestellt: “Über die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke fördern dort die politische Instabilität. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschäfte beeinträchtigt werden können.“ (OK=organisierte Kriminalität)

Die UCK begann ihre Aktionen 1996 mit Bombenanschlägen auf Lager für serbische Flüchtlinge, die vor den Kriegen in Bosnien und Kroatien geflohen waren. Die UCK hat wiederholt auch die „Befreiung“ von Gebieten in Montenegro, Mazedonien und Teilen Nord-Griechenlands gefordert. Thaci tritt, zurückhaltend formuliert, ganz sicher nicht für regionale Stabilität ein.

Der heute 44-jährige Thaci war in den 1990er Jahren schon als damals 30-jähriger Gangster ein persönlicher Protegé von Clintons Außenministerin Madeleine Albright. Die UCK wurde von Anfang an von der CIA und vom deutschen BND unterstützt. Während des Krieges 1999 erhielt die UCK außerdem direkte Unterstützung von der NATO. Als die USA Mitte der 1990er Jahre Kontakt zu Thaci aufnahmen, führte er die Drenica-Gruppe, eine im Kosovo agierende kriminelle Vereinigung, die Kontakte zu albanischen, mazedonischen und italienischen Mafia-Kreisen unterhielt. In einem im Januar 2007 für die EU-Kommision erstellten Geheimbericht mit dem Vermerk „VS – Nur für den Dienstgebrauch“, der in den Medien durchgesickert ist, wurden die organisierten Verbrechen der UCK und ihrer Nachfolgeorganisation, der Demokratischer Partei Thacis, detailliert untersucht.

In einem im Dezember 2010 – einen Tag, nachdem die Wahlkommission erklärt hatte, die Thaci-Partei habe die erste Wahl im unabhängigen Kosovo gewonnen – vom Europa-Rat veröffentlichten Bericht, wird den Westmächten Komplizenschaft vorgeworfen, weil sie die Verbrechen der kriminellen Vereinigung Thacis ignoriert hätten. Darin heißt es: „Thaci und andere Mitglieder der ‚Drenica-Gruppe‘ werden in Geheimdienst-Dossiers durchweg als ‚Schlüsselfiguren‘ des organisierten Verbrechens im Kosovo bezeichnet. Wir fanden heraus, dass Hashim Thaci, der jetzt als Politiker agiert, Chef, oder wie es in Kreisen des organisierten Verbrechens heißt, Boss der Drenica-Gruppe war.

In dem Bericht wird außerdem festgestellt, dass Thaci „den Heroin-Handel gewaltsam unter seine Kontrolle gebracht hat“. Dick Marty, der Ermittler der Europäischen Union, legte seinen Bericht den Diplomaten aller EU-Mitgliedstaaten vor. Weil Washington Thaci stützte, reagierten diese aber nur mit Schweigen.

Im gleichen Bericht für den Europa-Rat über das organisierte Verbrechen im Kosovo wird Thacis Mafia-Organisation vorgeworfen, mit menschlichen Organen gehandelt zu haben. Figuren aus Thacis innerem Kreis werden beschuldigt, im Krieg serbische Gefangene über die Grenze nach Albanien verschleppt zu haben, wo mehrere Serben wegen ihrer Nieren, die auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden, ermordet worden seien. In einem Prozess, der 2008 vor dem Landgericht in Pristina stattfand, ging es um verarmte Opfer, die im Jahr 2000 von der UCK zur Organentnahme in eine mit ihr zusammenarbeitende Klinik mit Namen Medicus verbracht worden waren.

Die Frage, warum Washington, die NATO, die EU und besonders die deutsche Regierung so begierig waren, die Absplitterung des Kosovo möglichst schnell zu legitimieren, ist leicht zu beantworten. Ein von einem kriminellen Netzwerk beherrschtes Kosovo ist leichter von der NATO zu kontrollieren. In einem solchen Staat kann die NATO machen, was sie will. Zusammen mit dem von der NATO kontrollierten Afghanistan, aus dem das von Premierminister Thaci kontrollierte Heroin kommt, gehört das Kosovo zu einem Netz, das vom Pentagon zur Einkreisung Russlands aufgebaut wird und keinesfalls friedlichen Zwecken dient.

Thacis Abhängigkeit vom guten Willen der USA und der NATO ist die Ursache dafür, dass die Thaci-Regierung tun muss, was ihr gesagt wird. Das sichert den USA auch ihre ständige Militärpräsenz an dieser strategisch so wichtigen Position in Südost-Europa. Diese USMilitärpräsenz ist von zentraler Bedeutung für die NATO-Kontrolle über Eurasien und verschafft den USA den erwünschten Einfluss auf die Machtbalance in Europa. Moskau und eine Reihe anderer Staaten sind über diese Entwicklung natürlich nicht besonders glücklich. Die USA hantieren buchstäblich mit Dynamit und riskieren eventuell sogar einen Atomkrieg auf dem Balkan.

Quellen: APFEurope , F. William Engdahl und Sputnik

F. William Engdahl ist der Autor des Buches „Full Spectrum Dominance: Totalitarian Democracy in the New World Order“ (Dominanz um jeden Preis: Die totalitäre Demokratie in der neuen Weltordnung). Über seine Website www.engdahl.oilgeopolitics.net kann man ihn kontaktieren.

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