Wer hat die Cyber-Waffen der NSA gestohlen – Russland oder ein neuer Snowden?

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Die Spionagewerkzeuge der NSA: Zum Download und zum Verkauf.

Die National Security Agency (NSA), der größte und wichtigste Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten von Amerika, rühmt sich damit, so gut wie alle Daten abfangen und in fast alle Systeme einbrechen zu können. Doch nun scheint jemand bei der NSA eingebrochen zu sein und bietet deren Spionagewerkzeuge zum Download und zum Verkauf an.

Am Samstag hatte jemand unter dem Namen „The Shadow Brokers“ auf Github Programmcode veröffentlicht und behauptet, dass es sich dabei um die Spionagewerkzeuge von „The Equation Group“handle. Der bereitgestellte Programmcode soll allerdings nur ein Vorgeschmack auf ein ganzes Arsenal voller Cyberwaffen sein, das „The Shadow Brokers“ in Kürze an die Meistbietenden versteigern wollen. Inzwischen hat auch die Enthüllungsplattform Wikileaks diese Daten übernommen.

Hinter dem Namen „The Equation Group“ verbergen sich vermutlich die Auslandsgeheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands, offiziell auch als „Five Eyes“ bezeichnet. In dieser Gruppe ist die NSA federführend, doch auch der britische GCHQ hat hohen Aufwand in die Entwicklung und den Einsatz von Cyberwaffen gesteckt. Sollten tatsächlich die Spionagewerkzeuge dieser Geheimdienste zum Verkauf stehen, wären die Folgen kaum abzusehen.

Der Hauptsitz des National Security Agency (NSA) in Fort Meade, Maryland, USA.

Der Hauptsitz des National Security Agency (NSA) in Fort Meade, Maryland, USA.

Nicholas Weaver vom International Computer Science Institute bewertete die Ware laut CNN als authentisch. Bei dem veröffentlichten Programmcode soll es sich um ein Framework zum Übernehmen von Routern und Firewalls handeln, das aus dem Jahr 2013 stammt. Vermutlich sei der Code von der NSA selbst oder einem ihrer Five-Eyes-Verbündeten gestohlen wurden. Uns stellt sich angesichts des Alters die Frage, wie die NSA eigentlich ihre alten Datenträger entsorgt.

Brendan Dolan-Gavitt von der New Yorker Universität hält den Code ebenfalls für echt. Er sieht darin starke Ähnlichkeiten zu Werkzeugen, die in den Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden beschrieben werden. Auch der französische Sicherheitsexperte Matt Suiche von der Firma Comae Technologies sieht die NSA als Urheber des Codes. Suiche gibt darüber hinaus zu bedenken, dass es sich um ein einsatzbereites und einfach zu verwendendes Angriffswerkzeug handle.

Es ist ein schwacher Trost, dass zumindest einige der Sicherheitslücken, welche der drei Jahre alte Code ausnutzt, inzwischen bereits geschlossen worden sind. Schließlich ermöglichen auch der Aufbau des Codes und die verwendeten Angriffsstrategien tiefe Einblicke. Und die Frage, ob „The Shadow Brokers“ nicht vielleicht auch neuere Cyberwaffen zum Verkauf anbieten, muss ebenfalls noch geklärt werden. Ganz gleich, ob cyber oder real: Waffen bleiben Waffen.

Laut einigen Spezialisten von „Kaspersky Labs“ und „Motherboard“ geht es entweder um eine russische Hacker-Gruppe, oder um einen Anhänger von Edward Snowden…

Der Hauptsitz des National Security Agency (NSA) in Fort Meade, Maryland, USA.

Quelle: HT4U.net

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