„Die Deutschen begeben sich unter die Schutzherrschaft Amerikas“ – Deutscher Politologe

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In seinem neuen Buch „Russland-Westen: wer wen?“, das erst in Russisch erschien ist und in Moskau präsentiert wurde, stellte Alexander Rahr diese unkorrekte Frage, wie er selbst anerkannte, „um zu zeigen, dass wir bedauerlicherweise in eine neue Konfliktphase hineingehen, in der es weniger um Kompromisse geht, die in vielen Bereichen unmöglich geworden sind, und vielmehr um den Sieg über andere Seite.“

Die Europäer wollen mit den Asiaten, mit der für sie unbekannten Größe Russland, mit Indien, China und mit den Problemen der Dritten Welt nicht allein gelassen werden, ist sich Rahr sicher. „Die Deutschen begeben sich unter die Schutzherrschaft Amerikas. Sie akzeptieren den Willen der USA, die Rolle der Führungsmacht in der Welt zu spielen. Dafür meinen sie, von den Amerikanern beschützt zu werden. So sieht der Deal der europäischen und amerikanischen Eliten aus…“

Eine Sonderbeziehung mit Russland will Deutschland laut dem namhaften deutschen Politologen Alexander Rahr gar nicht mehr, weil es für die deutschen Eliten wichtiger ist, sich als Lokomotive Europas zu beweisen.

Die politischen Kräfte, die früher die Friedensbewegung gegen die USA organisiert haben, sehen heute in Amerika einen Garanten für Menschenrechte und Demokratie in der Welt“, stellte Rahr fest. Das sei ein völlig verkehrtes Bild. „Dieses Bild haben die Amerikaner durch ihre Investitionen in die Zusammenarbeit mit den europäischen Eliten, in die europäischen Medien und politische Strukturen im Gegensatz zu Russland erreicht. Vielleicht wird es sich einmal ändern.“

Es sei aber kaum möglich in den Krisenfeldern der heutigen Zeit einen Sieg der einen oder anderen Seite zu prognostizieren, äußerte der Experte. „Beide Seiten können nur verlieren. Gewinnen können sie beiden aber, wenn man endlich erkennt, dass der Ost-West-Konflikt Geschichte ist, und wir vor einem Nord-Süd-Konflikt stehen.“

Dabei meint Rahr nicht nur die Terrorgefahr allein, die den europäischen Kontinent vom Süden her bedrohe, sondern auch die Klimakatastrophe, die gewaltige Veränderungen mit sich bringe – riesige Migration von Afrika und den Nahen Osten Richtung Europa.

Russland habe ähnliche Probleme an seinen südlichen Grenzen, führte der Experte aus. „Hier muss man zusammenarbeiten und viele Länder im Süden neu stabilisieren, vielleicht durch neue Grenzziehungen oder Einsetzen von neuen Regierungen. Das wird vom Westen oder von Russland einseitig nicht passieren.“

Wie schwierig es auch ist, zeigt das Beispiel Syriens. „Die Lage in Syrien hätte vor Jahren stabilisiert werden können, wenn die Amerikaner mit den Europäern nicht auf ihren alten Standpunkt beharrt hätten, dass Assad das größte Übel in diesem Konflikt ist und deshalb weg muss. Hätte man ein Verständnis für Assad aufgebaut, ihn dann aber über eine Phase der Evolution zu einer Regierungsumbildung oder zum Weggang gezwungen, hätte viel Blutvergießen vermieden werden können. Syrien ist aber bedauerlicherweise zu einem typischen Objekt in der Auseinandersetzung der Großmächte geworden – und nicht nur Russlands und der USA, sondern auch des Iran und Saudi Arabiens.“

Politologe Alexander Rahr bei der Präsentation seines Buches „Russland-Westen: wer wen?“

Politologe Alexander Rahr bei der Präsentation seines Buches „Russland-Westen: wer wen?“

Quellen: Sputnik und Blitz

Titelbild: Slideshare.net

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2 Antworten

  1. Alexander Rahr sagt:

    Sie haben mich falsch zitiert. Sie haben mir ein Zitat in den Mund gelegt, dass ich nicht gebraucht habe. Sie müssen meine Aussagen aus dem Original journalistisch korrekt wuedergeben. Bitte korrigieren Sie Überschrift und Zutat!

  2. Brett Pitt sagt:

    Man muss kein Akademiker und Politologe sein,um festzustellen dass die Teutonen geistig unterbelichtet sind und sich nur geringfügig von den Primaten unterscheiden.Man kann mit ihnen nicht in Frieden zusammenleben,da Trouble und Stunk ihr Lebenselixier sind.

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