Das Verhältnis der deutschen Politiker zu Donald Trump

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Am 8. November 2016 wurde die wichtigste Wahl der Welt entschieden: Der Republikaner Donald Trump wird am 20. Januar 2017 der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Ihm wurden 279 Wahlmänner zugesprochen, seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton lediglich 218. Selbst die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat konnten die Republikaner verteidigen.

Deutsche Medien: „Ekelpaket, vulgäres Raubein, Kotzbrocken!“

Weder das politische noch das mediale Establishment in den USA und in Europa waren und sind zufrieden mit diesem Wahlausgang. Viel lieber hätten sie Clinton statt Trump in diesem mächtigen Amt gesehen. Und das brachten sie auch zum Ausdruck. So wurde der Milliardär in deutschen Medien unter anderem als „Horrorclown“, „Ekelpaket erster Klasse“, „vulgäres Raubein“ oder „Kotzbrocken“ bezeichnet.

Stellen Sie sich das einmal vor! Würde man Bundeskanzlerin Angela Merkel so im Ausland beleidigen, würde es hohe diplomatische Wellen geben. Da können Sie ganz sicher sein!

Wutbürger haben die Eliten bezwungen

Skandalöserweise fielen auch deutsche Politiker damit ein, den künftig mächtigsten Mann der Welt zu verunglimpfen, zu beleidigen und zu beschimpfen. Daraus spricht der Frust, dass der „falsche“ Kandidat gewonnen hat. Und noch mehr: Die sogenannten „Wutbürger“ haben die verkrusteten Eliten sprichwörtlich zum Teufel gejagt! Und jetzt herrscht auch hierzulande die Angst vor, dass die „Unzufriedenen“ und „Abgehängten“ bei der Bundestagswahl 2017 ihr Kreuz an der falschen Stelle machen könnten. Es geht letztlich einzig und alleine um den Machterhalt der Eliten, des Establishments! Der Linken-Abgeordnete Gregor Gysi brachte diese Angst auf den Punkt, als er sagte: „Ich glaube, es gibt einen Aufschwung für die Rechtspopulisten weltweit, auch in Europa, auch in Deutschland.“

Vergessen wird dabei, dass Donald Trump demokratisch gewählt wurde. So frage ich mich: Sind die Republikaner jetzt auf einmal rechtsradikal? Jene Partei, die einst von Sklaverei-Gegnern gegründet und in der Abraham Lincoln der erste republikanische Präsident wurde? Was soll dieser Schwachsinn?

Das Protokoll der Schande

Für Sie habe ich die Belehrungen, Ermahnungen, Beleidigungen, Beschimpfungen, Verunglimpfungen und andere Unverschämtheiten von deutschen Politikern gegenüber Donald Trump zusammengetragen. Es ist zum Teil harter Tobak. Und nicht mehr und nicht weniger als ein Protokoll der Schande.

CDU: „Unberechenbarer Populist, Schock & Albtraum!“

– Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte dem neuen US-Präsidenten zwar, ermahnte ihn aber auch! So erinnerte sie ihn angesichts der wirtschaftlichen und militärischen Stärke der USA an dessen Verantwortung für die weltweite Entwicklung. Mehr noch – sie rief Trump indirekt zur Einhaltung demokratischer Grundwerte auf. Merkel: „Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“ Dabei verwies sie ausdrücklich auf die gemeinsame Wertebasis zwischen Deutschland und den USA und nannte: „Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung“.

Das ist ein unglaublicher diplomatischer Fauxpas! Die Kanzlerin stellt dem künftigen US-Präsidenten sozusagen „Bedingungen“ hinsichtlich einer Zusammenarbeit und erdreistet sich auch noch ihn an die Einhaltung demokratischer Grundwerte zu erinnern. Gerade so, als würde er diese nicht kennen.

Unglaublich!

Übrigens: Ins gleiche Horn blies auch Bundespräsident Joachim Gauck. Er äußerte sich dahingehend, dass Donald Trump „in die Tradition des transatlantischen Miteinanders eintritt.“ Und weiter: „Dieses Miteinander ist ja nicht nur auf Interessen gegründet, sondern auf universelle Werte.“ Gauck hatte sich schon im Vorfeld alles andere als neutral und objektiv gezeigt: „Was uns unter anderem Sorgen machen muss, ist seine (Trumps/GG) Unberechenbarkeit“, sagte Gauck. „Wir können nicht sagen, was von einem Präsidenten Donald Trump zu erwarten wäre. Das halte ich – zusammen mit vielen Menschen in den USA und bei uns – für ein Problem.“

– Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen gab nach dem Sieg von Trump zum Besten: „Das war schon ein schwerer Schock, als ich gesehen habe, wohin die Entwicklung geht.“ Sie bekannte, dass die Wahl nicht für ihn, sondern gegen Washington, gegen das Establishment gewesen sei.

– Generalsekretär Peter Tauber mahnte an die Adresse des künftigen US-Präsidenten: „Auch die Vereinigten Staaten brauchen Freunde. Dabei sollten sie sich vor Augen halten, dass am verlässlichsten diejenigen Länder sind, mit denen die Freundschaft seit langem besteht.“

– Unionsfraktionschef Volker Kauder beschwor gleich gar den „transatlantischen Zusammenhalt.“

Und weiter

– Besorgt zeigte sich auch die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner und gab ehrlich zu, dass man auf ein „anderes Ergebnis gehofft“ habe. Aber das sei „Demokratie“. Richtig erfasst, kann ich da nur sagen!

– Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, warnte vor Trump: „Seine Worte und seine Art sind eine wahnsinnige Hypothek, die er nicht so einfach abschütteln kann. (…) Wir müssen ihn, glaube ich, so nehmen, wie er sich präsentiert hat.“

Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Generalsekretär & Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde pöbelte: „Für mich ist diese Wahl eines unberechenbaren Populisten zum mächtigsten Mann der Welt ein Alptraum. Ich hätte nicht gedacht, dass er Wirklichkeit werden könnte.“

– Nur Wolfgang Bosbach, der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, fand moderate Worte: „So oder so: Wir werden mit US-Präsident Donald Trump und seinen politischen Ansichten und Plänen leben müssen. Als guter Demokrat muss man auch solche Entscheidungen respektieren, die man selber nicht getroffen hätte. Mit anderen Worten: Wir müssen jetzt aus einer – vermutlich – nicht ganz einfachen Situation das Beste machen. Auch wenn es einigen schwer fällt. Aber was ist in der Politik schon einfach?“

Bravo, Herr Bosbach, kann ich da nur sagen, Sie hätten in die Außenpolitik wechseln sollen!

Übrigens: Der CSU-Vorsitzende und bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer mahnte noch belehrte er Donald Trump. Ganz im Gegenteil: Er wünschte ihm „für die schwierigen Aufgaben“, die vor ihm lägen, „politische Weitsicht, Mut zum Ausgleich, eine glückliche Hand und Gottes Segen.“ Und weiter: „In einer Welt der Herausforderungen, der Unordnung und der Bedrohungen durch Klimawandel, globale Fluchtbewegungen, kriegerische Auseinandersetzungen und islamistischem Terrorismus bedeutet dieses Vertrauen für das Amt des amerikanischen Präsidenten nicht nur Verantwortung für die Vereinigten Staaten, sondern für die ganze Weltgemeinschaft.“

SPD: „Sexistischer Hassprediger, Rechtspopulist & Lügner!“

– Schon im Vorwahlkampf denunzierte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Donald Trump als „Hassprediger!“ Nach dessen Wahlsieg gratulierte er ihm – entgegen sämtlicher diplomatischer Etikette – nicht einmal. Stattdessen goss er weiteres Öl ins Feuer: „Das Ergebnis ist anders als die meisten in Deutschland sich das gewünscht haben“, erklärte er. Selbstverständlich werde man dieses Ergebnis akzeptieren. „Ich will nichts schönreden. Nichts wird einfacher, vieles wird schwieriger.“ Der Wahltag gebe vor allem auch einen Anlass zur Selbstvergewisserung für Deutschland und Europa, sich nicht treiben zu lassen und ein Ort der Vernunft zu bleiben.

Um das geht es also! Und darum, dass Trump nicht – wie „Kriegstreiberin“ (K)illary Clinton etwa – scharfe Töne gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin gefunden hat, sondern mit ihm zusammenarbeiten will. Beispielsweise hinsichtlich der Bekämpfung des internationalen Terrors.

– Bundesjustizminister Heiko Maas prophezeite, dass die Welt zwar nicht untergehen, dafür aber „nur noch verrückter“ werden würde! Danke, Herr Maas, für so viel diplomatisches Geschick.

– Bundesratspräsidentin Malu Dreyer sprach davon, dass Trump in seinem Wahlkampf „viele von uns, man kann schon fast sagen erschüttert, manchmal sogar verstört“ habe. „Es ist seine Aufgabe jetzt, das zu kitten, einerseits, um sein großes Land zu führen, aber andererseits, um auch deutlich zu machen, dass wir uns gemeinsam auf unseren Grundwerten bewegen.“

– Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel setzte Trump mit allen Autokraten, Populisten, Despoten und Rechtsextremen dieser Welt gleich. „Trump ist der Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen“, sagte er. „Er ist auch eine Warnung an uns. Wir finden sie nicht nur mit Putin in Russland oder mit Erdogan in der Türkei, sondern auch mitten in Europa in Frankreich mit Le Pen aber auch mit Sarkozy, in Polen mit Kaczynski, in den Niederlanden mit Wilders oder in Deutschland mit der AfD.“ Und weiter pöbelte Gabriel: „Es geht ihnen um ein echtes Rollback in die schlechten alten Zeiten. In denen Frauen an den Herd oder ins Bett gehörten, Schwule in den Knast und Gewerkschaften höchstens an den Katzentisch. Und wer das Maul nicht hält, wird öffentlich niedergemacht.“

Und es geht noch weiter

– SPD-Vize Ralf Stegner zeigte sich ebenfalls betroffen, twitterte: „Unfassbar“ und gab gleich noch einen unverschämten Musiktipp: „Spiel mir das Lied vom Tod!“ Vorher hatte er noch gehetzt: „Wenn dieser Rechtspopulist und sexistische Hassprediger US-Präsident wird, dürfen wir uns auf einen politischen Kälteschock gefasst machen.“ Und: „Wenn die Abgehängten und Frustrierten einem Milliardär, Steuervermeider und Lügner folgen, haben auch die progressiven Kräfte versagt.“

– Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fiel in die scharfen Töne mit ein. Es sei „ein Schock, dass ein solcher Hasswahlkampf erfolgreich war“, bekannte sie. Viele Wähler hätten ihre Stimme offensichtlich nach dem Motto abgegeben, denen „da oben“ einen Denkzettel zu verpassen. Natürlich befürchtet Kraft, dass „ein solcher Schmutzwahlkampf auch bei uns Einzug hält.“ Deshalb solle den „populistischen Vereinfachern“ nicht das Feld überlassen werden.

– Niels Annen, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion forderte die Bundesregierung auf, Trump gegenüber selbstbewusst aufzutreten. Dieser solle nicht glauben, „dass er mit uns so umspringen kann wie er mit seinen Gegnern im Wahlkampf umgesprungen ist.“ Ferner erwartet Annen eine „sehr klare Ansprache in der Kontaktaufnahme mit dem neuen amerikanischen Präsidenten.“

– Selbst aus Brüssel polterte die SPD und zwar in Person des EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz, der „schwierige Beziehungen zu den USA“ erwartet. Und legte frech nach, dass deren politisches System immer wieder Ausschläge erlebt habe und stark genug auch für eine Präsidentschaft von Trump sei. Und – welch Gnade – will er Trump eine „Chance zur Zusammenarbeit mit Europa geben“. Selbst wenn ihn das nicht freuen würde. Angesichts von Trumps „diffusen und oberflächlichen“ Botschaften im Wahlkampf sei die künftige außenpolitische Ausrichtung der USA schwer abzuschätzen. Der rechtspopulistische Republikaner sei „eine Herausforderung für uns“, schimpfte der EU-Parlamentspräsident weiter. Trump stehe für einen „Politik-Stil, für eine Rhetorik, die nur noch auf Emotionen setzt, nicht mehr auf faktische Lösungen. Das ist genau das, was die Leute brauchen, wenn sie eben nicht abgehängt sein wollen.“

GRÜNE: „Zombie-Apokalypse & Fucking Tragedy!“

– Noch vor der Entscheidung in Washington verlangte der außenpolitische Sprecher der GRÜNEN, Omid Nouripour, sogar einen „europäischen Krisengipfel“, falls Trump die Wahl gewinnen sollte. Trump wolle das „gesamte Koordinatensystem“ beschädigen.

– Sein Parteikollege Erik Marquardt legte noch einen drauf, verglich die US-Wahl-Entwicklung mit einer kleinen „Zombie-Apokalypse.“

– Die GRÜNEN-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter ließen sich in ihrer arroganten Art dazu hinreißen zu erklären, dass unter Trump eine „reibungslose Fortsetzung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit nur schwer vorstellbar“ sei.

– Grünen-Chef Cem Özdemir sprach ebenfalls, wie von der Leyen, von einem „Schock“, bezeichnete Trump ebenfalls als „Rechtspopulisten“. Seine Präsidentschaft sei gar ein „Bruch mit der bisherigen Tradition, dass der Westen für liberale Werte“ stehe. Die Vereinigten Staaten würden sich unter Trump vom Rest der Welt verabschieden.

– Und Konstantin von Notz, der unter anderem Obmann seiner Partei im NSA-Untersuchungsausschuss ist, twitterte auf Englisch: „What a fucking tragedy (Was für eine verdammte Tragödie)“.

Linke: „Schwarzer Tag & Dreckschleudern!“

– Geradezu entsetzt zeigte sich der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Dietmar Bartsch. Die Welt sei aus den Fugen geraten. Das sei ein „schwarzer Tag für Amerika und auch für die Welt.“ Mit dieser respektlosen Äußerung düpierte er nicht nur Donald Trump, sondern auch sämtliche seiner Wähler. Noch unverschämter wurde er mit den Worten: „Schock. Trump gewinnt Duell im Dreckschleudern.“

– Kollege Bernd Riexinger stellte die Tatsachenbehauptung auf: „Er (Trump/GG) wird den Leuten, denen er jetzt alles Mögliche versprochen hat, nichts bieten können (…) Er wird sich auf den Weg zu einer autoritären Gesellschaft bewegen.“

„Erleuchtet“ Merkel, Gabriel, Özedmir, Bartsch & Co.

Mit diesen Belehrungen, Beschimpfungen und Beleidigungen deutscher Politiker gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, stellen sie sich selbst ins Abseits. Das eigene Volk zu mäßigen, wenn dieses Kritik übt, Wut und Ängste artikuliert, aber selbst draufhauen wie die Scheunendrescher – das geht beim besten Willen nicht!

Und: Trump muss sich keinesfalls an die den Deutschen verordnete „Gutmenschen-Politik“ halten, wenn er es nicht will. Er ist auch kein kleiner Schuljunge, den man mäßigen oder belehren muss. Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und damit der mächtigste Mann der Welt! Demgegenüber muten manche politischen Pöbler hierzulande geradezu wie lästige Ameisen an.

So könnte man es fast mit dem Vatikan halten, der Trump in sein Gebet miteinschließt, damit „Gott ihn erleuchte. Vielleicht könnten die Geistlichen Merkel, Gabriel, Özedmir, Bartsch & Co. gleich mit einbringen, denn die haben es wahrlich nötig!

Amen.

Quelle: Guido Grandt – Watergate.tv

Bild Quelle: killerbeesagt

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